Donnerstag, 21. Februar 2013

Was geht da ab? - Eine hormonelle Frage.

Nach längerer Zeit mal wieder etwas zum Nachdenken an dieser Stelle. Beginnend mit einer kleinen Geschichte:

Eine junge Frau möchte zwecks Empfängnisverhütung die Pille nehmen. Insgeheim wünscht sie sich auch, dass diese Pille zusätzlich einen kleinen Einfluss auf ihr Brustwachstum nehmen möge denn mit Körbchengröße A fühlt sie sich doch etwas schwach bestückt.
Und natürlich verändert die Einnahme der Pille in den nächsten Monaten sowohl ihr Gefühlsleben als auch ihre Brüste. Nur leider nicht mit dem gewünschten Maß an Erfolg. Es tut sich zwar etwas, aber leider nur ein wenig.
Nun ziehen die Jahre ins Land und die junge Frau (mittlerweile Mitte zwanzig) möchte die Pille absetzen. Zu riskant ist ihr einerseits die Einnahme dieser Mittel und zum Anderen hätte sie auch gegen Nachwuchs nichts mehr einzuwenden. Kurzum, die Pille wird abgesetzt.
Es vergeht gut ein Jahr bis sich Ihre Periode wieder einigermaßen normalisiert, was ein starkes Zeichen dafür ist, dass diese Medikamente schon einen sehr großen und gravierenden Einfluss auf den menschlichen Körper ausüben. Doch dann passiert etwas eigenartiges: die Brüste wachsen!

Soweit zur kleinen Geschichte die sich so wirklich zugetragen hat. Und ja, die junge Frau ist gesund, also nichts abnormales was hier stattfindet.

Frage: Wenn ein Hormon wie das Estradiol über Jahre dem Körper regelmäßig zugefügt wird, sich aber nur wenig verändert. Dann aber nach dem Absetzen dieses Hormons und Normalisierung des körpereigenen Hormonhaushaltes Veränderungen auftreten die eigentlich dem Estradiol zugeschrieben werden. Was hat dann diese Veränderungen bewirkt?
Sicherlich, Estradiol ist nicht das einzige Hormon, ja nicht einmal das einzige Geschlechtshormon. Fakt ist auch, dass auch das Testosteron einen wichtigen Einfluss auf die Weiblichkeit hat. Nur was trägt jetzt tatsächlich zum Frausein bei? Bei all den Debatten über viel oder wenig Estradiol, über Estradiol mit Androcur muss man sich doch auch die Frage stellen: Was brauche ich wirklich und sprechen wir diesen ganzen Mitteln nicht doch ein wenig zu viel Bedeutung zu?

Liebe Grüße
Chris