Montag, 31. Januar 2011

Heinz Rudolf Kunze - Pegasus

Aufklärung gleich NULL?

Eigentlich hatte ich nicht vor schon wieder etwas zu schreiben, da meine Gedanken noch beim Urteil des BVerfG sind. Dabei ist dieses Urteil zwar (einseitig betrachtet) recht positiv ausgefallen, andererseits bringt es aber doch auch Probleme mit sich, über deren Ausmaß wir vorerst nur spekulieren können. Aber so wie es einige von Euch (allen voran Kim von ATME) schon angemerkt haben, ist es jetzt mehr denn je wichtig für unsere Rechte und unseren Stand in der Gesellschaft zu kämpfen.
Und genau dieser Punkt des KÄMPFENs beschäftigt mich derweil ganz persönlich, weshalb ich hier eigentlich erst wieder was schreiben wollte, wenn ich mir im klaren darüber bin, wie ich meinen aktiven Beitrag dazu leisten kann.

Doch eine kleine Suchanfrage über Google, die mir in meiner Blog-Statistik begegnet ist, brachte mich jetzt doch dazu etwas zu schreiben. Sie lautet:
"Wenn ich mich transsexuell fühle kann ich in die Psychiatrie kommen"

OK, wir leben im Jahr 2011. Transsexualität wird schon seit vielen Jahren ab und zu im Fernsehen und der restlichen Presse erwähnt - und das nicht immer nur negativ. Auch gibt es Foren, Blogs wie diesen hier, Selbsthilfegruppen, und, und, und. Und dennoch erreichen uns (ich denke jede von Euch die einen Blog hat ist bereits mit solchen Anfragen konfrontiert worden) immer wieder solche, meiner Meinung nach verängstig formulierte Aussagen bzw. Fragen, die man anscheinend nur dem Internet stellen kann. Gut, auch ich habe den Großteil meiner Aufklärung zu diesem Thema über das Internet bekommen. Aber eine Frage wie diese zeigt, dass kaum etwas richtig ist an der Vorstellung der Gesellschaft zum Thema Transsexualität. Das zeigt ja auch die teilweise recht absurde Beurteilung des Verfassungsgerichtes.

Als ich in die Teenagerjahre kam, machten wir uns oft über die Fragen ans Dr. Sommer Team in der BRAVO lustig. Den Erwachsenen gefiel das oftmals gar nicht und so verbot mir meine Mutter anfangs den Kauf dieser Zeitschrift. Heute regen sich die Eltern auf, dass das Internet eine Gefahr für die Kinder sei. Aber beide Verhaltensweisen zeigen eigentlich nur eins auf: Die Eltern (und im gesamten die Gesellschaft) haben Versagt bei der Aufklärung ihrer Kinder!

Jetzt kann man von den Eltern ja nicht unbedingt erwarten, dass sie über ein verhältnismäßig seltenes Problemthema wie die Transsexualität aufklären können, wenn sie in den meisten Fällen nicht einmal dazu in der Lage sind ihre Kinder über grundlegendere Dinge zu informieren. Darüber hinaus ist es ja auch gar nicht so unnormal, wenn die Eltern ihre Aufklärung ihrerseits selbst nur "von der Straße" haben, da ihre Eltern ja auch schon den Deckmantel des Schweigens über dieses Thema gelegt haben aus Angst vor "unmoralischer" Verunglimpfung. Aber es sollte doch schon (Achtung Ironie!) in der allgemeinen Gesellschaft angekommen sein, dass Transsexualität keine Krankheit ist und schon gar nicht eine die man in der Psychiatrie behandelt.

Nein, natürlich ist das im Großteil der Gesellschaft noch nicht angekommen, da ja kaum Aufklärungsarbeit betrieben wird! Wir verstecken uns da doch lieber hinter unseren Perücken und MakeUp um möglichst unauffällig ein Ziel zu erreichen, dessen Weg wir aber dennoch unablässig kritisieren und beschimpfen, statt dagegen offen anzugehen. Statt unsere eigene Demonstration der Vielseitigkeit auf die Beine zu stellen und der Öffentlichkeit zu zeigen, gesellen wir uns lieber unauffällig unter andere vermeintliche "Exoten" indem wir versuchen unseren Teil zu den CSDs der Welt beizutragen. Dabei haben nur wenige von uns wirklich was mit denen am Hut. Es sollte ja sogar weitläufig in der Szene bekannt sein, dass Homos und Transgender oftmals selber Interessenkonflikte miteinander haben.
Natürlich haben und hatten wir Angst entdeckt zu werden und uns deshalb im stillen verkrochen. Aber spätestens mit unserem ersten Outing kam es raus und wir standen "nackig" vor dem Rest der Welt. Da gibt es eigentlich ja keinen Grund mehr sich bedeckt zu halten, oder? Warum aber ist der Großteil der Gesellschaft weiterhin so falsch über uns Informiert? Ist es etwa Aufgabe des Staates oder der Politik über uns zu informieren? Die sind doch schon mit anderen Aufgaben mehr als überfordert und haben nur ihre eigene Lobby im Kopf. Und was ist mit unserer Lobby? Haben wir eigentlich eine? Und wenn ja, welche Art der Aufklärung betreibt diese? Etwa nur eine Aufklärung unter Betroffenen? Was soll das bringen, außer das ein Wissensvakuum in der Gesellschaft aufrecht erhalten wird, dass uns selber das Leben schwer macht obwohl es ja von seiner Grundproblematik her schon schwer genug ist. Das öffentliche Schweigen untermalt ja sogar noch die Notwendigkeit zur Aufklärung und Hilfe unter Betroffenen - ein Teufelskreis!

Zu Erklärung mal die Begriffsdeutung zu Lobbyismus aus Wikepedia:

Lobbyismus ist eine ... Form der Interessenvertretung in der Politik, mit der Interessengruppen (Lobbys) versuchen, die Exekutive und Legislative durch persönliche Kontakte – aber auch die öffentliche Meinung über die Massenmedien (Öffentlichkeitsarbeit) – zu beeinflussen. Offizielle Bezeichnungen sind etwa Interessenverband, Public Affairs, politische Kommunikation, Politikberatung und Ähnliches. ... Unternehmensverbände, Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen und andere Verbände sowie größere Unternehmen bringen ihre Interessen gezielt in das Gesetzgebungsverfahren mit ein. Umgekehrt bekommen die Mitglieder der Verbände relevante und aufbereitete Informationen von ihren Verbandsorganisationen. Damit können politische Entscheidungen vorhergesehen werden und bei Entscheidungen der Verbände, ihrer Mitglieder und auch nicht-organisierter Betroffener berücksichtigt werden. ...

Bei der Suchanfrage Verbände Transsexualität über Google erhalte ich auf der ersten Seite nur zwei passende Treffer (www.genderkompetenz.infowww.dgti.info). Auf der zweiten Seite ist es sogar nur noch ein relativ relevanter Treffer (http://www.transinterqueer.org/). Da Google seine Ergebnisse in erster Linie nach Relevanz (sprich nach Aufrufen) sortiert (ich kann mir nicht vorstellen, dass ein uneigennütziger Verband für seine Platzierung Geld bezahlt), stellt sich dieses Ergebnis als sehr Mager heraus. Anscheinend interessieren die Interessenverbände nicht mal uns selbst so richtig. Dabei gibt es noch einige mehr als diese magere Ausbeute.

Auf der Seite von www.transinterqueer.org bin ich auf einen ganz interessanten Hinweis gestoßen unter der Überschrift Mitglied werden:

Wir brauchen Euch - TrIQ lebt durch seine Mitglieder!
Die Anzahl unserer Mitglieder trägt entscheidend dazu bei, daß wir und unsere Ziele wahrgenommen und ernstgenommen werden.

Darüber sollte jeder von uns mal nachdenken - ich schließe mich da keinesfalls aus!
Ganz ehrlich, außer dem DGTI und seit einem Jahr auch dem ATME waren mir sonst keine Interessenverbände bekannt. Selbsthilfegruppen hingegen schon eher und natürlich auch private Blogs. Wobei die Blogs mir am meisten gebracht haben und bringen, weil sie die Nähe vermitteln, die ich suche und woanders anscheinend nicht finde. Außerdem bieten sie die Möglichkeit zum Austausch von Gedanken und Gefühlen, etwas was Verbände selten können. Aber wenn es um das Vertreten von gemeinschaftlichen Interessen geht, kann kein Weg an einer institutionellen Gemeinschaft vorbei gehen. Und wir haben weiß Gott genug Gründe um uns in der Politik, in der Gesetzgebung und in der gesamten Gesellschaft mit unseren Anliegen einzubringen.

Seit vielen Monaten quält mich der Gedanke wie es weiter gehen soll - vor allem die letzten Wochen. Ein zurück gibt es nicht mehr, das wäre der Tod. Also geht es nur voraus. Doch voraus liegen Steine die Generationen um Generationen dort liegen gelassen haben, nebst Steinen die ich einst selber dort hin geschmissen hatte. Einige wenige wurden schon aus dem Weg geräumt. Meine eigenen Steine muss ich selber wegräumen. Aber viele andere liegen da noch rum und versperren den Weg nicht nur für mich sondern auch für all die anderen die noch kommen werden. Ich gönne niemanden diese Qualen wie wir sie erleben und erlebten (höchstens denen die trotz besserem Wissen gegen uns reden!). Und es macht mir Angst und Sorgen das wir selbst im "abgeklärten" Jahr 2011 noch immer mit solchen grundsätzlichen Problemen zu kämpfen haben. Wenn auch wir es versäumen uns um UNSERE Interessen zu bemühen (und Bemühen verlangt ja schon ein gewisses Engagement), wer soll es dann tun? -----------

Für mich ist die gestellte Frage an Google eine traurige Frage:
"Wenn ich mich transsexuell fühle kann ich in die Psychiatrie kommen"

Ich gebe daher gerne eine klare Antwort:
Nein! Transsexualität ist keine Krankheit - weder körperlich noch geistig.

Donnerstag, 27. Januar 2011

Falsche Frauen?

Ganz überraschend fragte mich gestern meine Frau, ob ich es mir vorstellen könnte mit einer falschen Frau zusammen leben zu können?!?!?!?!?!?

Ich wusste zwar was sie mich damit eigentlich fragen wollte, verstand jedoch den Zusammenhang nicht so ganz, da diese Frage ja aus heiterem Himmel kam. Trotzdem musste ich sofort grinsen, da sich diese sehr naive Fragestellung schon sehr lustig anhörte.

Also fragte ich sie: "Wie 'falsche Frau'? Was meinst Du damit?". Ihre Antwort kam wieder etwas schüchtern und naiv zurück: "Na eben keine richtige Frau. Eben eine die sich dazu machen ließ.".

OK, das verstand ich jetzt. Ich sagte ihr, dass ich es nicht wüsste, es mir aber sehr gut vorstellen könnte sofern Liebe mit im Spiel wäre. Außerdem schien es mir wichtig sie nochmals darüber aufzuklären, dass Trans-Frauen keine "falschen Frauen" sein. Worauf hin sie betrübt und leicht beschämt auf den Boden sah und mit leiser Stimme sagte: "So eine würde Dich bestimmt besser verstehen als ich.".

Nun war mir klar was sie mir damit sagen wollte. Als sie gestern nach Hause kam, bzw ich sie von der S-Bahn abholte, empfing ich sie so geschminkt und gekleidet wie ich mich an diesem Tag fühlte. Ich wollte nicht mehr im Schlabber-Look den Tag verbringen und habe mir daher eine extra Portion Farbe gegönnt und einige neue Klamotten angezogen, die ich mir die letzten Wochen gekauft habe. Und genau diese extra Portion war ihr wohl etwas zu viel - oder zumindest zu ungewöhnlich da ja keines der Teile die ich trug aus der Männerabteilung stammte.

Gut, unsere gemeinsame Klarstellung für die Zukunft war ja: entweder es klappt oder es klappt nicht. Und die letzten Tage lief es eigentlich ganz gut. Nur die Geschichte mit der neuen Jacke, den gewachsenen Brüsten (zu denen sie bislang nichts mehr gesagt hat) und dem Stil von gestern hat ihr dann wohl wieder einen Dämpfer verpasst, was den Versuch angeht mich "männlich zu halten".

Sie tat mir schon etwas Leid und ich sagte ihr das ich sie liebe und nicht jemanden anders und das ich alles daran setzen möchte mit ihr zusammen zu bleiben, sofern sie es auch will. Was sie dann auch freudig zu Kenntnis nahm und wodurch unser Abend weiterhin Harmonisch verlief.

Ich freue mich ja schon, dass sie sich mit uns auseinander setzt. Immerhin ist sie ganz von alleine das erste Mal mit dem Thema auf mich zugegangen. Andererseits ärgert es mich sehr, dass dieses gottverdammte Bild vom Transsexuellen-Wunschdenken noch immer so in den Köpfen der Menschen hängt.

Naja, mal sehen wie sie das nächste Mal reagiert wenn sie sich wieder verunsichert fühlt. Ich habe mir auf jeden Fall vorgenommen sie nicht mehr mit dem Thema zu belasten wenn es nicht von ihr aus geht.

Mittwoch, 26. Januar 2011

Merke: Kleider machen nicht das Geschlecht aus!

Gestern kam ein großes Paket von H&M bei uns an und ich wusste, dass meine Frau wieder einmal zugeschlagen hatte. Es sollte auch etwas für mich dabei sein, allerdings wusste sie noch nicht ob es mir gefallen würde. Also wartete ich bis sie abends nach Hause kam. Und dann ging die Modenschau los. Zuerst war sie an der Reihe. Die Ausbeute war jedoch gering. Ich weiß auch nicht warum selbst Bio-Frauen oftmals so weit daneben liegen. Dabei dachte ich immer wir T-Girls wären die Einzigen die aufpassen müssten nicht über das Geschmacksziel hinaus zu schießen. Aber es ist wohl eher so, dass es wohl beiden Frauenklassen schwer fällt das Wunschdenken mit der Realität überein zu bringen.

Zum Guten Schluss sollte ich nun meine auserwählten Sachen anprobieren. Dabei hatte ich gar keine Lust, denn ich wusste zumindest schon einmal, dass alle Kleidungsstücke aus der Männerabteilung kamen. Aber ich bin ja kein Unmensch und dachte mir dabei, ich könnte ja immer noch Nein sagen  wenn es mir nicht zusagt.
Die ersten Artikel waren Pullover: ein roter und ein weißer. Der eine mit V-Ausschnitt und der andere ebenfalls mit V-Ausschnitt aber mit einer zusätzlichen Knopfreihe.
Obwohl beide Pullover eigentlich meine Größe hatten, vielen sie viel zu schlabberig aus. Allerdings wirkten sie auch sehr weiblich, was zumindest in einer Hinsicht ja schon einmal positiv war. Aber aufgrund des recht lockeren Stoffes platzierten sich auch meine kleinen Brüste auf wundersame und wunderbare Art und Weise, so dass ich meine Frau dann doch noch Fragen musste, ob diese Artikel wirklich aus der Männerabteilung waren. Ein Schmunzeln ging mir über die Lippen, doch meine Frau fand das alles nur noch blöd: erstens weil zu groß ausgefallen und zweitens weil ihr auffielen, dass meine Titten gewachsen waren. Aber sie nahm es mit Fassung, wenn auch etwas nachdenklich. Auf jeden Fall stand der Entschluss fest: Die Pullover gehen zurück.

Zum Schluss kamen dann zwei Jacken an die Reihe: eine Schwarze und eine Olivefarbene. Zu meiner Überraschung waren beide Jacken gleich, unterschieden sich nur in Farbe und um eine Größe. Ich packte also die erste Jacke aus und dachte nur: Scheiße, eine prollige Männerjacke! Der Schnitt war ähnlich einer Alpha Feldkacke die u.a. von der US Armee getragen wird, nur das noch ein doppelreihiger Gürtel das gute Stück schmückte.

"Toll", dachte ich, "da will sie wohl wieder einen Mann aus mir machen". Aber gutmütig wie ich nun mal bin, zog ich das Ding auch alleine schon aus reiner Neugierde an. Und....naja,... und dann musste ich doch wieder schmunzeln. Meine Frau fragte: "Was ist los? Warum grinst Du so?", ich gab zurück "Ach nichts, nur so." Dann zog ich die Jacke aus und nahm die nächste. Und wieder das gleiche Spiel: "Was grinst Du denn so komisch?", "Ach nur so, ist nichts. Aber die Jacken gefallen mir irgendwie beide. Ich weiß gar nicht welche ich nehmen soll.". "Dann probier doch noch mal die andere. Ich finde sie auch beide schön." Also zog ich wieder die erste an und dann wieder die zweite und kam derweil aus dem grinsen gar nicht mehr heraus.
Irgendwann sagte meine Frau dann: "Also Schatz, wenn ich nicht zu hundert Prozent wüsste, dass diese Jacken aus der Männerabteilung wären, würde ich jetzt auf der Stelle gegen diese Jacken reden. Aber verdammt nochmal sie stehen Dir einfach gut!" Da musste ich dann noch mehr grinsen und sie wurde wieder ein wenig sauer: "Warum musst Du dich auch so blöd da hin stellen. Stell Dich gefälligst etwas breitbeiniger dahin und halt den Kopf nicht so schräg und hör um Gottes Willen endlich auf so zu grinsen!" schmetterte sie mir entgegen. Ich konnte ihr den Gefallen leider nicht tun, wusste aber zumindest, dass sie die Jacke trotz allem gut fand und sie mir stand. Ich entschied mich dann für das schwarze Modell weil es meiner Meinung nach doch noch einen Tacken femininer wirkte und bekam dabei ebenfalls ihren vollen Zuspruch!

Jetzt habe ich eine neue Jacke für das kommende Frühjahr und bin um eine Erfahrung reicher. Denn es ist nicht unbedingt immer nur die Kleidung die einen männlichen Körper weiblicher erscheinen lässt, sondern es ist das Auftreten und Verhalten des/der Träger/in.
Ist doch irgendwie beruhigend, oder?!

Montag, 24. Januar 2011

Passt mein Passing und "Wer bin Ich?"

Die Vorgaben zum Umgang mit Transsexualität, wiedergegeben im Transsexuellengesetz (TSG) und im speziellen in den Standards of care zielen in erster Linie darauf ab, eine möglichst erfolgreiche Integration der "Patienten" in die Gesellschaft zu Gewährleisten. Dabei ist nicht alleine das Wohl des "Patienten" das Hauptanliegen, sondern auch und im besonderen die möglichst "verschleißfreie" Integration des Betroffenen in eine zweigeschlechtlich erzogene Gesellschaft. Oftmals mit Deckmantel ähnlichen Argumenten der christlichen Fundamentarisierung eines Staates, verteidigt aber im Endeffekt durch die Beibehaltung staatlicher Ordnungen festgelegt durch Gesetze, die dem anscheinenden Wohl des Volkes dienen sollen. Oder um es verständlicher auszudrücken: In einer zwei Geschlechter Gesellschaft, haben Abnormalitäten möglichst verschleiert zu werden um ein auseinander brechen oftmals Religiös festgelegter Gesellschaftsordnungen entgegen zu wirken. Mann und Frau sind in fast allen Religionen die Grundlage des Lebens. Andere geschlechtsspezifische Ansichten führen unweigerlich zu Streitigkeiten unter den (noch immer sehr weitläufig verbreiteten) Anhängern religiöser Glaubensansichten, was wiederum ab einem gewissen Maß zur Auflösung staatlicher Ordnungen führen würde (siehe Religionskriege; siehe Verhütungsproblematik in "Entwicklungsländern"; siehe Thema Abtreibung; siehe Homosexualität). Nach dem Motto "Was nicht sein darf, das nicht sein kann" und wenn es schon den Anschein erweckt, das es doch anders sein könnte, muss eine möglichst verschleißfreie und unauffällige Integration möglich gemacht werden.

Was das jetzt mit dem Passing zu tun hat?

Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass mich der Wunsch weibliche gekleidet zu sein oftmals in extreme Stilrichtungen geführt hat. Sehr wahrscheinlich auch geprägt durch meine Körper eigenen Testosterone und der Tatsache auf Freuen zu stehen, neigte ich sehr stark dazu aufreizende oder äußerst sinnliche Kleidung tragen zu wollen. Hosen, einfache Blusen oder Schuhe mit flachem Absatz hätte ich niemals tragen wollen alleine schon aus Angst nicht als Frau anerkannt zu werden bzw. den Anschein erwecken zu können, weniger "Transsexuell" zu sein. (Anmerkung: Ich habe Transsexuell hier in "" gesetzt, da ich zum damaligen Zeitpunkt noch nicht wusste wie solch ein Verhalten genannt wird. Ich wusste nur was ich fühlte - und ich fühlte mich einfach nur weiblich).

Dieses Phänomen findet man bei einer Vielzahl transsexueller Menschen. Alleine schon aus dem Grunde, weil man sich in seiner Rolle noch nicht gefunden hat. Genau so wie sich ein kleines Kind erst in seine Rolle hinein Leben muss, so muss dies auch bei transsexuellen Personen passieren. Mit dem Unterschied, dass ein kleines Kind unvoreingenommen seinen Gefühlen und vor allem den an ihn gesetzten Erwartungen folgen kann, während ein in Alter und Erfahrung bereits fortgeschrittener transsexueller Mensch mit voreingenommenen Gefühlen und Erwartungen zu kämpfen hat. Bei einem Kind das in die Teenager-Jahre kommt, ist es fast schon ein natürlicher Vorgang gegen Normen und gesellschaftliche Ordnungen an zu kämpfen. Ein "erwachsener" Mensch hat sich bereits den Normen angepasst. Das ignorieren oder Ankämpfen gegen diese Normen spricht sich nicht nur gegen die eigenen Erfahrungen bzw. das eigene Verständnis aus sondern wird zudem auch noch von der allgemeinen Gesellschaft geächtet. Ein erwachsener Mensch hat nicht mehr das Recht anscheinend grundlegende Werte zu ignorieren. Daher gibt es auch solche (für Betroffene oft unverständliche) Rechtsordnungen wie das TSG. Somit wird das Passing, das sich Einpassen in eine der zwei gesellschaftlich festgelegten Geschlechterrollen, zu einem existenziellen Bestandteil für transsexuelle Menschen. Die Frage ist nur, ob man bei so viel "Verantwortung" (sich selbst und der umgebenen Gesellschaft gegenüber) noch in der Lage sein kann, sich selber richtig zu finden?

Ich selbst habe das Wohlgefühl in meiner persönlich gefühlten Geschlechterrolle gepaart mit dem Wohlgefühl mir der "Haut in der ich Stecke" erst richtig wahrgenommen, als ich meinem inneren Feind, dem Testosteron den Kampf angesagt habe. Erst seit dem die Auswirkungen des Testosterons nicht mehr zu spüren waren, begann ich ein wahres Gefühl für mein Geschlecht zu entwickeln und das ist überwältigend weiblich! Doch muss ich auch zugeben, dass mich der noch offensichtlich männliche Körper bereits sehr geprägt hat. Nicht nur mein Umfeld hat sich an dieses Erscheinungsbild gewöhnt, sondern auch ich habe diesen Körper trotz der Trauer darüber das er männlich ist, als meinen Körper angenommen. Ich habe ihn zwar bereits sehr intensiv weiblich modifiziert (Epilation, Hormone, Frisur, Kleidung, Auftreten, Training der Stimme) doch auch weiterhin wird dieser Körper als nahezu männlich angesehen.

Für mich persönlich könnte dieser Körper in dieser "Mittelstellung" stehen bleiben, da ich den Mut als auch die persönliche Akzeptanz zu ihm gefunden habe. Aber das gesellschaftliche Bild macht mir sehr zu schaffen. Ich möchte weiblich Auftreten und auch so erkannt werden. Aber ich möchte nicht mehr im Umkehrschluss dabei auf mein angewachsenes Sexualorgan verzichten. Nicht weil ich mich damit identifiziere, denn ich nehme dieses Gebilde überhaupt nicht als geschlechtsspezifisches Merkmal wahr. Sondern weil ich gelernt habe es als MEIN Geschlechtsteil zu akzeptieren - für mich gehört es einfach zu meinem weiblichen Körper.

Ich würde vielleicht alles ganz anders machen, wenn ich erst Anfang Zwanzig wäre oder noch besser in der Pubertät stecken würde. Und zugegeben, ich hatte vor etwa zehn Jahren als ich erkannte, dass sich mein Verhalten Transsexualität nennt den unbedingten Wunsch, eine komplette Transformation durchzuführen. Doch im Rückblick zweifel ich stark an der Richtigkeit dieses damaligen Wunsches. Ich denke, dass mich sowohl der Hormon belastende Einfluss, als auch der gesellschaftliche Druck zu diesem Wunschdenken gebracht hatte. Ich hatte damals noch nicht diese Lebenserfahrung die ich heute habe und definitiv auch nicht den Mut mich für eine Zwischenlösung auszusprechen. Alleine schon weil ich diese Zwischenlösung damals nur im Kontext zu pornografischen Dingen sah.

Ich muss aber auch sagen, dass mir heute sehr wahrscheinlich die Kraft fehlen würde, mich den "Vorgaben" eines transsexuellen Lebensweges nach TSG oder Standars of Care zu unterwerfen. Als junger Mensch ist man sicherlich noch Risikobereiter und vor allem auch Formbarer als mit zunehmendem Alter. Und sicherlich trägt auch meine partnerschaftliche Stellung dazu bei, mich eher für einen Mittelweg zu entscheiden.
Ich stelle mir aber auch die kritische Frage, ob ich noch beim Umsetzen eines vorgegebenen Weges nach TSG ect. von MEINEM Weg sprechen könnte? Und wäre die dabei entstehende Person noch ICH SELBST? Wo beginnt das Passing und wo endet es? Wieviel geschlechtsspezifische Persönlichkeit muss ich mir zulegen und ist dies dann noch normal?

Ich will ja auch nicht als negativer Eyecatcher dar stehen. Doch muss ich mich auch Fragen, wer sich hier eigentlich anzupassen hat: Ich oder die Gesellschaft? Im optimalen Fall wäre es sicherlich auch hier ein Mittelweg, der sich aber wohl erst in einigen hundert Jahren vernünftig realisieren ließe. Unsere Gesellschaft ist viel zu stark von vermeintlich ethischen und religiösen Normen durchflutet. Selbst in unserem anscheinend "fortschritlichen" Zeitalter hängen wir noch an Strukturen des Mittelalters. Selbst bei der Suche nach Antworten zu aktuellen Themen landen wir oft bei vorchristlichen Erklärungsansätzen.

Sicherlich hat sich die Gesellschaft in den letzten fünfzig Jahren weitreichend geändert und geöffnet aber dies alles nur auf oberflächlicher Ebene. Das "was nicht sein darf das nicht sein kann" Prinzip ist auch weiterhin weit verbreitet und drückt sich durch alle Schichten der Gesellschaft. Und noch schlimmer, Bereiche in denen dieses Denken scheinbar ausgemerzt wurde, werden auf einmal wieder davon befallen. So kann es denn dann auch dazu kommen, das Gesetze wie z.B. das TSG in ihrer veralteten Form angewendet werden obwohl es bereits viele wissenschaftliche Erkenntnisse gibt, die diese Form weitgehend in Frage stellen.

Ich wünschte man könnte sich in unserer Situation mehr auf sich selbst als auf die umgebene Gesellschaft konzentrieren. Alleine das wäre schon eine ungemeine Last, die uns genommen werden könnte. Wir brauchen einfach mehr unvoreingenommene Akzeptanz für die Vielseitigkeit der Geschlechter. Ich denke das es eine Menge transsexuelle Menschen gibt, denen damit sehr viel weiter geholfen würde.

Allerdings muss man sich in diesem Zusammenhang auch die ehrliche Frage stellen, in wie weit wir selbst ein Bedürfnis dazu haben, diese zweigeschlechtliche Gesellschaftsform aufrecht zu erhalten. Dabei darf man jedoch nicht vergessen, dass man sich, je nach Antwort, mit solch einer Frage auch selbst in Frage stellen kann. Und ich sehe mich nicht als Glaubensfrage, sondern als Realität, weshalb ich diesen Punkt mal als rhetorischen Denkanstoß so stehen lasse.


Mittwoch, 19. Januar 2011

Etwas (viiieel) zum (gaaaanz tiefen) Nachdenken

Nachfolgend etwas für langweilige und programmlose Abende aus den strittigsten Schubladen meines weiblichen Gehirns:

Als ich vor Jahren noch viel Zeit mit meinem damaligen schwulen Freund verbrachte, durchlöcherte ich ihn mit meinen Verständnisproblemen zur Homosexualität. Ich selbst empfand mich ja schon damals als Frau (... blöde Aussage, oder? Ich empfand mich ja schon immer als Frau resp. Mädchen. Naja egal...) und war ja nur deshalb mit ihm zusammen, weil ich diese Geborgenheit und dieses Umschwärmen sehr genossen hatte. Und ja, ich mochte ihn auch denn er hatte so was süßes sorgsames an sich. Und dennoch widerte mich die Tatsache an, das er ein Mann war - ich stand (und stehe noch immer!) eben nun mal auf Frauen, was ja auch dann zu unserem Beziehungsproblem wurde.

Wie auch immer. Er erklärte mir dann, dass seine Eltern ihn und seine jüngere Schwester schon sehr früh aufgeklärt hatten mit dem Hinweis, dass es sowohl gleichgeschlechtliche Beziehungen gebe als auch gegengeschlechtliche. Wie auch immer sie sich früher oder später entscheiden sollten, die Eltern wollten ihnen die Gewissheit geben, dass sie immer hinter ihnen stehen würden. Ich verstand das damals nicht wirklich weil es bei mir den unterschwelligen Eindruck vermittelte, hier würde schon auf Homosexualität hin erzogen. Man merkt hier schon recht deutlich, dass ich kein richtiges Verständnis für Homosexualität hatte. Ach ja hier muss ich zudem Unterscheiden: Ich hatte zur damaligen Zeit kein Verständnis für Schwule aber dafür um so mehr für Lesben und das nicht, weil mich der Gedanke an zwei sich liebende Frauen anmachte, sondern weil ich selbst so fühlte.

Meine Toleranz gegenüber diesen Personenkreisen war daher recht mäßig. Ich respektierte die Homo-Szene zwar da sie ähnliche Probleme hatten wie wir Transen (wobei ich jetzt bei Transe die gesamte Bandbreite mal mit einschließe) aber mochte sie nicht besonders da sie so ein aufdringliches Verhalten nach außen zeigten, was mir echt zu wider war und heute auch noch ist. Einmal bin ich mit nach Köln gegangen um mir den CSD an zu tun. Und bei allem Verständnis zur Rebellion, zur Aufklärung und für den Kampf um die gesellschaftliche Anerkennung. Meiner Meinung nach ist der CSD NUR ein sich selbst verarschender, aufdringlicher und total an der Realität vorbei rasender Karneval! Ich habe Jahre später viele Schwule kennen gelernt die echt tolle Typen sind und die mit aller Ernsthaftigkeit versuchen das Bild ihrer Lebensart ins rechte Licht zu rücken. Und die passen überhaupt nicht in das Bild, das so ein Happening über sie widerspiegelt. Aber genau dieses Bild hängt den meisten Leuten im Kopf. Da frage ich mich wirklich, wie man sich selber so in die Pfanne hauen kann?

Ach ja, es ist ja nicht nur für Homos ein Happening auch viele TS/TV etc. fahren da ja mit und geben sich zum besten. In welches Licht stellen wir uns da? Gut Heteros sind auch zur Genüge mit dabei. Aber der Gesamteindruck einer "freien Porno Kultur" kommt doch ziemlich stark rüber. Da ist es doch kein Wunder, dass man uns alle gesellschaftlich in einen Topf schmeißt und anprangert, oder!?

Zurück zu meinem schwulen Freund. Die Art und Weise wie seine Eltern ihn aufklärten finde ich heute absolut vorbildlich. Denn es spiegelt nun mal die Realität wieder. Interessant ist auch, dass seine Eltern eher in die gehobene Mittelschicht gehören in der alleine schon aus allgemein gesellschaftlicher Sicht die Stellungnahme zu unkonformen Lebensweisen recht kritisch angesehen wird. Aber ihnen schien das nichts auszumachen. Meinen Respekt haben sie diesbezüglich auf jeden Fall.

Doch was ist mit uns? Haben wir als TS/TV (und hier schmeiße ich bewusst mal wieder beide zusammen) Respekt vor unseren eigenen Gefühlen? Oder kommen wir nur auf eine recht opportunistische Art den Vorstellungen der Gesellschaft nach? Nach dem Motto. Wenn das der einzige Weg ist zu meinem Ziel zu kommen, dann muss ich den wohl so gehen wie er mir vorgelegt wird? Für Transvestiten bzw. Crossdresser und in den Anfangsjahren auch den MzF-Transsexuellen ist dies z.B. der geheime und "peinliche" Umgang mit weiblichen Kleidungsstücken. Später dann das Versteckspiel und die Angst erwischt zu werden. Bei uns Trans-Frauen letztendlich der Überwindungs-Punkt sich als Mannsfrau auf die Straße wagen zu müssen obwohl klar ist, dass uns jeder einigermaßen aufmerksame Mitbürger mit nahezu 100%iger Sicherheit bloß stellen könnte. Mit ein wenig Ironie könnte man das ja glatt mit Elektroschock-Therapien der frühen Psychiatrie-Jahre auf eine Stufe stellen und ich muss mich zudem Fragen, wem ich eigentlich erlaubt habe mich als krank zu bezeichnen obwohl mittlerweile jeder einigermaßen intelligente Halbmediziner wissen müsste, das Transsexualität keine Krankheit ist.

Noch einmal zur persönlichen Klarstellung:
Ich respektiere jeden frei gewählten Weg und freue mich mit jeder Person die ihr Glück damit gefunden hat. Und ich weiß auch, dass bei unserem Leidensdruck oftmals jeder Weg OK ist, der eine Lösung bietet. Aber er ist eben nur OK und nicht gut. Alleine die Tatsache, dass nahezu (wenn nicht sogar) alle TS gegen das aktuelle TSG reden zeigt, dass es eben keine wirklich akzeptable Lösung ist. Und auch bei TV ist der gesellschaftliche Druck so groß, das viele von ihnen existenzielle Sorgen haben, sollte ihre Neigung raus kommen.

Ich denke, die Frage die wir uns stellen müssen ist, ob wir das gesellschaftliche Bild nicht ändern sollten. Und ich sage bewusst WIR - nicht die anderen!

Nehmen wir mal als Vergleich FzM-Transsexuelle. Jeder weiß, dass diese es leichter haben sich in die gefühlte Rolle rein zu leben. Natürlich ist das auch schon anatomisch Bedingt einfacher aus einer Frau einen jugendlich wirkenden Mann zu machen als aus einem gestandenen Mann eine einigermaßen ansehnliche Frau zu erschaffen. Aber es sind auch die kleinen Schritte, die hier solch ein erfolgreiches Umgestalten ermöglichen. Bei uns MzF-TS habe ich eher den Eindruck, dass wir kaum aus dem Versteck gekrochen, sofort Richtung Autobahn hasten um alles aus zu leben was wir meinen verpasst zu haben. Ein peu á peu scheint es bei uns nicht zu geben. Übrigens ist das ja auch bei Transvestiten so, nur dass die einen etwas anderen Hintergrund haben. Außerdem können die ihre "Maske" wieder ablegen, nur unser erschaffenes Bild zeigt oftmals schon am Verhalten, das wir es ernst meinen - womit wir meist noch mehr auffallen.

Noch einmal zu Erinnerung:
Ich schreibe das hier als Anregung zum Nachdenken. Nicht weil ich etwas verteufeln will oder schlimmer noch, weil ich bloßstellen möchte. Im gewissen Sinne möchte ich diese formulierten Gedanken auch für mich nutzen um mir die Kuriosität und Verzwicktheit unseres Seins vor Augen zu halten. Ein paar Beispiele aus meinem Leben:

  • Man sieht mich des öfteren mit einem drei-Tage-Bart - auch wenn ich leicht geschminkt bin. Bin ich deswegen weniger Transsexuell? Ich habe nun mal einen Bart und hatte sowohl aus zeitlichen als auch finanziellen Gründen noch nicht die Gelegenheit ihn mir entfernen zu lassen. Würde ich mich tagtäglich intensiv Rasieren, würde meine ohnehin schon stark beanspruchte Haut den Bach runter gehen. Es tut mir Leid, dann muss meine Umwelt mich eben noch einige Zeit mit diesem Gesicht ertragen. Aber wenn ich ehrlich bin, fällt es wenigen auf auch wenn ich mal eine schicke Bluse, Ohrringe und meine enge Jeans dazu trage. Und ich fühle mich in keinster Weise weniger weiblich zumal jeder sehen kann, das ich mich ansonsten weiblich verhalte und wie gesagt auch so kleide. Natürlich möchte ich das diese Kratzbürste aus meinem Gesicht verschwindet aber es braucht halt seine Zeit!
  • Meine Frau möchte gerne mal wieder ins Thermalbad. Toll, ich auch. Aber da gibt es ein Problem: ich habe Titten. Nein schämen tue ich mich wegen den kleinen süßen Begleiterinnen nicht. Unter meinem Shirt kann man sie ja auch erahnen und auch meine Kleidung passe ich zwar dezent aber doch untermalend diesen kleinen Dingern an. Ich habe nur ein Schamgefühl wie jede andere Frau auch. Ich möchte nicht, dass jede Person im Schwimmbad meine kleinen weiblichen Brüste an starrt. Also ist eine Badehose alleine keine Lösung für mich. Und ein Badeanzug? Es kommt wohl auf den Schnitt drauf an. Und so lange ich keinen passenden Badeanzug gefunden habe, gehe ich nicht schwimmen. Kann man deswegen meine Transsexualität in  Frage stellen?
  • Ich bin Gärtnerin im Garten- und Landschaftsbau. Bin ich dann weniger weiblich wenn ich mich morgens ungeschminkt und unrasiert zur Arbeit begebe? Wäre dieser Job eine Gefährdung für das Bestehen meines Alltagstests? Ach ja, einen Rock trage ich dann natürlich auch nicht sondern nur ganz profane Arbeitshosen und Unisex-Hemden. Bin ich deswegen weniger Transsexuell?
  • Die Sitzungen bei meinem Psychologen nennt man Therapie. Doch ist eine Therapie in erster Linie eine Heilbehandlung. Ist Transsexualität jetzt doch eine Krankheit? OK, sie wird als solche Eingestuft: sowohl von der WHO als auch in Form des aktuellen TSG. Aber ich sagte es ja schon, medizinisch ist es keine Krankheit. Warum muss ich dann eine Therapie machen? Nur damit die Krankenkasse es anerkennt? Die sponsoren ja auch schon Fitnessprogramme aus profilaktischen Gründen. Ich verstehe es ja, dass wenn man selber nicht weiß wo man dran ist, eine Therapie (also eine Heilbehandlung) wichtig ist um heraus zu finden was man hat. Aber sobald ich weiß das ich Transsexuell bin (und das weiß ich mit hoher Wahrscheinlichkeit in dem Moment in dem ich beginne mich dem Alltagstest zu stellen) dann brauche ich keine Therapie mehr, sondern einen Coach. Einen Begleiter also der mir hilft die Hürden dieses schmachvollen Übergans zu meistern. Und dieser Begleiter ist kein Therapeut sondern ein Coach, oder von mir aus auch Trainer oder was auch immer. Sehr wahrscheinlich ist ein erfahrener Psychologe dabei die beste Wahl. Aber der Programmablauf ist keine Therapie mehr, sondern eine Hilfestellung, mehr nicht. Warum nennen wir es dann Therapie und stellen uns dabei selber ins falsche Licht?
Wo also müssen wir die Grenzen unserer Lebensweise ziehen um Anerkennung zu bekommen? Müssen wir uns von anderen sagen lassen, was wir zu tun haben nur um in dessen Gunst unser Ziel erreichen zu können? Die Einzigen, die meiner Meinung nach daran was ändern können sind wir selber.

Ich muss für mich selber zugeben: Ich lasse mich ohne Einwände gerne als dritte, viert oder fünfte Geschlechtsvariante ansehen. Aber ich habe etwas ganz gravierendes dagegen mich in eine Systemecke drücken zu lassen, die noch nicht einmal gesellschaftlich integriert wird - was man ja daran sieht das Transen jeglicher couleur nicht selten abwertend und ablehnend behandelt werden. Dabei sind wir doch ganz anders: Menschen mit Gefühlen und Bedürfnissen, mit Wünschen und voller Hoffnungen. Menschen die genauso auf Anerkennung angewiesen sind wie jeder andere Mensch. Menschen die das Recht haben wie Menschen behandelt zu werden und nicht wie lästige und überflüssige Bittsteller die man nur duldet und die man daher kurz halten muss.

Ich weiß ehrlich gesagt noch nicht wie man es am besten anstellen könnte. Aber ich weiß, das wir dringend was daran ändern müssen. Und dabei spreche ich nicht nur die an die das noch alle vor sich haben oder die sich noch nicht getraut haben, sondern vor allem auch diejenigen die es bereits hinter sich haben oder mitten drin sind. Auch ich zähle mich dazu! Ich bin zwar nicht gerade militant aber ich bin fest der Meinung das es an der Zeit ist für unsere komplette gesellschaftliche Anerkennung zu kämpfen. Wer weiß, vielleicht ist die nächste und erste Außenministerin ja eine von uns! ;-)

Montag, 17. Januar 2011

Plan B? Es gibt keinen Plan B!

Der heutige Tag hat mich schon etwas nervös gemacht. Nein nicht weil heute Montag ist ;-). Vielmehr weil ich ja heute nach langer Zeit mal wieder zu meinem Therapeuten gegangen bin. Nein Angst hatte ich keine, denn ich denke, dass mir faktisch alles klar ist in Bezug auf mich selbst. Auch in Bezug auf meine Partnerin und dem gesamten familiären Umfeld. Aber mit der aktuellen Situation umzugehen und was noch schlimmer ist, mit den ungewissen Dingen in der Zukunft zurecht zu kommen, das hat mich doch die letzten Wochen ganz schön aus dem Ruder laufen lassen.

Nun habe ich die letzten Tage ja intensiv genutzt mir alle möglichen Informationen zum eigenen Umgang mit dieser lebensvereinnahmenden Transsexualität zu besorgen. Vor allem was die Anpassungs- und Veränderungsmöglichkeiten anbelangt war ich sehr wissbegierig. Ich habe es ja schon einmal erklärt, dass, wenn ich nur mit dem Finger schnippen müsste um auch in einem weiblichen Körper leben zu können, ich nicht mit der Wimper zucken würde. Da würde ich sehr wahrscheinlich auch harte Kollateralschäden für in kauf nehmen. Aber einen Übergang im Sinne des TSG sehe ich für meine Person mal milde ausgedrückt, für nicht akzeptabel! Ich weiß, dass dies einige von Euch anders sehen bzw. es auch anders gemacht haben weil sie es für den einzigen Weg halten schnell zu ihrem Ziel zu gelangen. Aber jeder muss den Weg schließlich für sich selber suchen. Und ich für mich werde diesen Weg nicht so gehen.

Ich habe eine ganze Menge an Informationen gefunden, die meine eigene Gefühlswelt sehr stark wieder spiegeln und mit denen ich mich auch sehr gut identifizieren kann. Darunter auch die schriftlich festgehaltenen Vorträge von Walter H. Greiner (sowohl auf der Homepage von Jula als auch auf Genderwunderland zu finden: http://www.julaonline.de - http://www.genderwunderland.de/).

Damit will ich allerdings nicht sagen, dass ich eine GaOP für mich gänzlich ausschließe. Doch bevor ich an diesen Punkt komme an dem ich darüber eine Entscheidung fällen muss, muss ich erst einmal einen Weg finden mit meiner Entwicklungsphase klar zu kommen und diese auch in meiner Umwelt zu implementieren. Ich bin nicht bereit einen harten Cut für alle durchzuführen auch wenn dies mit sicherlich langwierigen Durchsetzungsphasen verbunden sein wird. Und ja, es wird sicherlich auch eine Menge Kraft kosten diesen Weg zu gehen aber in mir sagt mir etwas, dass es nicht anders funktionieren wird. Es ist die gleiche treibende Kraft die mir sagt, dass ich meine Weiblichkeit nicht weiter zurückhalten darf. Das hört sich jetzt vielleicht irgendwie ein wenig esoterisch an, ist aber für mich das einzige Ergebnis das ich akzeptieren und zuzulassen bereit bin und deren Vorstellung darüber mich positiv in die Zukunft blicken lässt. Ja irgendwie auch ein wenig mit Freude verbunden ist.

Ob das jetzt eine Spielart von Masochismus darstellt kann ich nicht beantworten ;-) und so sehe ich es auch überhaupt nicht. Ich habe nur in den vielen letzten Monaten und auch den vorangegangenen Jahren festgestellt, dass mein Umfeld nur sehr oberflächlich meine herbeigeführten Veränderungen bemerkt hat. Und das obwohl ich schon sehr weit gegangen bin mit der Einnahme von Hormonen und dem Tragen von eindeutig weiblicher Kleidung. Doch selbst meine Frau hielt ja mein gesamtes Verhalten vor meinem Coming-Out noch für normal, wenn auch etwas weiblich. Erst mit dem klaren Bekenntnis zur Transsexualität begannen die wirklich harten Probleme.
 Und der Hauptgrund dafür ist das falsche und vor allem mangelnde Verständnis für die "perverse Krankheit". Ab diesem Zeitpunkt stellte man mich erst einmal mit Irren und Perversen auf eine Stufe. Vorher war ich die halbwegs normalste Person der Welt. Und diese Art und Weise Menschen ab zu stempeln ist für MICH das eigentlich bekloppteste schlecht hin!

Auch meinem Therapeuten habe ich das so mitgeteilt. Er versteht zwar was ich meine, hält allerdings das Risiko solch einen Weg gehen zu können ohne Blessuren davon zu tragen, für sehr sehr unwahrscheinlich. Allerdings gab er auch zu bedenken, dass jeder andere gewählte Weg zu ähnlichen Blessuren führen kann, wenn dieser nicht zu einem passt. Wunden würden auf jeden Fall davon getragen, die Frage ist nur welche man besser erträgt. Und sein wir mal ehrlich, was gibt es schlimmeres als gegen seine eigene innere Stimme an zu kämpfen? Das haben wir Betroffenen doch ursprünglich alles schon einmal leidvoll mitgemacht.

Also werde ich diesen Weg so weiter gehen wie ich ihn mir vorgenommen habe. Und ein Plan B kommt dabei nicht vor - wozu auch, man lebt schließlich nur einmal ;-) !

Ach ja, eins ist mir auch mal wieder klar geworden: Ich werde solch eine Lebensweg-Entscheidung nicht noch einmal ohne meinen Therapeuten planen und ausführen. Also mein Appell an all diejenigen, die vor ähnlichen Problemen stehen wie ich sie hier zum Besten gegeben habe:

Sucht Euch einen erfahrenen Therapeuten und lernt aus den Erfahrungen anderer, damit Ihr nicht die gleichen Fehler macht! Es ist bei keiner von uns alles nur Friede-Freude-Eierkuchen auch wenn es manchmal den Anschein erweckt. Und auch wenn wir mal aus dem Gröbsten raus sind, es ist und bleibt ein Lebensthema auf Lebenszeit!

Mit dieser Erkenntnis bin ich selbstverständlich noch nicht über den Berg aber es ist ein wichtiger Schritt nach vorne. Und da will ich schließlich auch erst einmal hin: nach vorne!

Einen RIESEN DANK nochmal an alle die mir beigestanden und mich mit weiterführenden Informationsquellen gefüttert haben!!!!!!!!!!!!!!

LG Christina

Kraftlos

Ich liege am Boden,
mein Atem ist flach.
Ich kann nicht mal schreien,
bin viel zu schwach.

Ich kann nicht mal träumen
hab nur Nebel im Kopf,
geschweige denn mich freuen,
ich leb wohl nur noch aus trotz.

Selbst meine Sorgen
häng ich hinten an.
Nicht einmal morgen
will ich denken daran.

Wollte doch bloß Leben
und nicht trostlos verzweifeln.
Wollte doch bloß frei sein
und mich nicht mehr geißeln.

Ich hätte gerne mehr Kraft
um alles zusammen zu halten,
doch es fehlt schon diese Kraft
um am Ziel fest zu halten.

Wo bleibt jetzt der Wind
mit der Frischluft zum Atmen,
mit der Energie die er bringt?
Ich kann nicht mehr lang warten.

Gib mir die Kraft, gib mir Halt,
das ich stehen kann.
Gib mir Liebe und Mut alsbald
das ich weiter gehen kann.

Ich will hier nicht liegen
und am Boden verzweifeln.
Es macht doch keinen Sinn
an sich selber zu zweifeln.

Gib mir Kraft, hilf mir auf
das Leben geht weiter.
Ich muss da jetzt durch
bevor ich elendig scheiter!

von Christina

Donnerstag, 13. Januar 2011

Blick nach vorne

Das ich meinen Therapeuten wieder angerufen habe, hat meine Frau zuerst sehr verunsichert. "Ich dachte es wäre nicht so schlimm und Du wolltest nicht mehr dort hin?!" war ihre erste Reaktion. Doch damit zeigte sie mir einmal mehr, dass alles Reden für die Katz ist, wenn man keinen gemeinsamen Nenner hat. Also erklärte ich ihr alles in Ruhe noch einmal, von Anfang an. Jetzt war es allerdings von Vorteil, dass es für sie nichts Neues war, wodurch wir sachlicher reden konnten. Allerdings hatte ich weiterhin das Problem mit Tränen kämpfen zu müssen, wenn ich sah wie unglücklich sie das ganze machte. Aber es lief doch recht gut und wir redeten sehr lange und sehr intensiv über unser Problem und wie wir damit versuchen werden umzugehen: Ich werde versuchen ein erträgliches Lebensmaß zu erreichen ohne ihr dabei zu viel abzuverlangen und sie wird mir bei stehen und mir helfen wo immer sie kann und so viel wie sie selbst erträgt. Doch haben wir auch ganz klar festgelegt: Wenn es nicht funktioniert, werden sich unsere Wege trennen.

So weh mir der Gedanke tut, so sehr weiß ich auch das es der einzige vernünftige Weg sein wird. Denn ich habe es die letzten Jahre immer weniger ertragen, mich zu verstecken. Und in so manchen trübseligen Minuten kam mir sogar der Gedanke dem Leben ein Ende setzen zu wollen wenn ich nicht ich sein kann. Soweit darf es aber nicht kommen, dafür ist das Leben zu wertvoll. Das haben wir beide verstanden. Zwar habe ich mich ihr nicht so drastisch gegenüber geäußert, aber alleine schon die Tatsache, dass ab einem gewissen Punkt für beide Seiten die Erträglichkeitsschwelle überschritten ist, hilft uns die Endlichkeit einer an sich harmonischen Beziehung zu verstehen. Eine Einheit geht eben nur bis zu einem gewissen Punkt. Darüber hinaus müsste man wenn alleine gehen.

Nun ja, das gute an diesem intensiven Gespräch war, dass wir beide uns aussprechen konnten. Und somit war die Luft um uns herum auch wieder um einiges reiner geworden. Das Klima veränderte sich sogar wieder so positiv, dass ich mich wieder traute mich zu schminken und für einen "kleinen" Einkauf in Schale zu schmeißen. Und da wir sowieso noch zum Drogeriemarkt wollte, war quasi ein Abstechen zu den Kosmetikartikeln unabwendbar. Und ehe wir uns versahen, diskutierten wir eifrig über Nagellack, Eyeliner, Mascara und Rouge und es schien, als seinen wir beide in unserem Element. Nein es schien nicht nur so, es war so!

Ich bin froh das diese schrecklichen Tage endlich vorüber sind. Zwar sind wir noch lange nicht über dem Berg aber ein guter Einstieg ist schon mal gesichert.
Ich bin seit heute wieder in Essen und kümmere mich die nächste Woche um meine Kunden. Somit haben wir beide ein paar Tage für uns alleine und können noch einmal in uns gehen. Gespannt sind wir mittlerweile beide auf meinen Termin am Montag bei meinem Therapeuten. Bin mal gespannt was der zu der ganzen Geschichte sagt.

Montag, 10. Januar 2011

Ein richtiger Schritt

Einige von Euch die Ihr diesen Blog intensiv verfolgt, haben sich vielleicht schon öfter beim mitlesen die Frage gestellt, warum ich mich bislang davon abgehalten habe einen Psychologen aufzusuchen. Immerhin ist die jetzige Phase kein Pappenstiel. Selbst wenn ich mal die Zeit aufbringe meine vorangegangenen Postings zu lese, stelle ich fest, dass es schon ziemlich heftig ist was da in meinem Kopf und meiner Gefühlswelt abgeht - nicht zuletzt seit meinem Coming Out gegenüber meiner Partnerin. Ich schwanke so regelmäßig von himmelhoch jauchzend bis zu tode betrübt. Und das nur, weil ich versuche mich selbst zu kontrollieren - oder nennen wir es lieber abzulenken. Ich denke ich mache mir auch eine Menge vor.... Na wie auch immer. Heute kam es dann wie aus heiteren Himmel und ich nahm mein Telefon und rief meinen ehemaligen Therapeuten an ohne darüber weiter nachzudenken. Und zu meinem Erstaunen ging der auch direkt dran und hatte sogar etwas Zeit mit mir zu Reden. So was kannte ich gar nicht von ihm. Als ich damals das erste Mal bei ihm anrief hatte ich mehrfach den Anrufbeantworter dran. Und jetzt so schnell, toll.

Ich stellte mich noch einmal kurz vor in dem Glauben ihm nach den vielen Jahren erst einmal wieder alles über mich erklären zu müssen. Aber schon kurz nachdem er meinen Namen gehört hatte und nachdem ich sagte, dass ich schon einmal da gewesen sei, wusste er sofort wer ich war und worum es ging. Kennt ihr das Gefühl wenn ihr einen vertrauten Menschen nach langer Zeit wieder trefft und sofort wieder einen gemeinsamen Nenner habt? Genau so ein Gefühl habe ich und ich bin froh das ich diesen Anruf heute getätigt habe. Und ja, er war überfällig, wenn ich auch sagen muss, dass die Ruhe der letzten Wochen notwendig war um mir dieser Tatsache bewusst zu werden. So und für Montag 14:00 Uhr habe ich dann einen Termin bei ihm. Und dann reden, reden, reden! Und ich kann Euch sagen, ich habe da eine Menge Bedarf.

Ihr glaubt gar nicht wie froh ich bin diesen Schritt heute getan zu haben! Es kommt mir gerade so vor als wäre mir ein Mühlstein vom Halsband gerutscht. Obwohl ich auch ein wenig nervös bin. Was dieses Gespräch wohl bringen wird? Egal, das wird der Termin zeigen. Aber Hautsache ist, dass ich einen gemacht habe!!!

Samstag, 8. Januar 2011

Bad der Sinne und das verlorene A

Gestern habe ich mir ein schönes warmes Olivenölbad ala Aldi-Spezial gegönnt. So ein Olivenölbad ist echt toll wenn man mal von den zurückbleibenden Rändern in der Wanne und dem später verölten Badetuch ab sieht. Aber wenn Du raus kommst ist die Haut Babypopo zart und zudem kannst Du dir das Eincremen sparen. Da meine Frau gestern unterwegs war und ich alleine zurück bleiben musste, war dieses Bad die ideale Entspannung für meine vollkommen überspannte Seele.

Als ich so vor meinem Bad noch in den Spiegel schauen konnte und mal wieder in absoluter Ruhe meinen Körper betrachtete, empfand ich so etwas wie Nähe zu mir selbst. Zwar ist mir schon vor einigen Tagen solch ein Gefühl aufgefallen, als ich mir beim Blick in den Spiegel das erste Mal als offensichtliche Frau aufgefallen bin (ich hatte darüber gepostet!) aber dieses Gefühl der Nähe war an diesem Tag doch schon etwas besonderes. Vielleicht gerade deshalb, weil diese Woche mehr mit Leiden als mit Freude verbunden war. Vielleicht auch deswegen, weil mir in dieser Woche einmal mehr Bewusst geworden ist, wer ich bin.

Wo ich so vor dem Spiegel stand, bot es sich ja auch an gleich mal die so geliebte Oberweite zu vermessen. Wie ich ja schon mehrfach schrieb, hatte ich bereits seit meinen ersten Hormoneinnahmen vor vielen Jahren eine kleine Brust der Größe AA. Meine Frau hat mich so kenne gelernt und aufgrund meiner körperlichen Arbeit ging diese Körbchengröße auch halbwegs unter. Nur beim Arzt brachten die kleinen Brüste oft skeptische Blicke hervor. Aber was sollte es, ich bin halt stolz auf diese kleinen Dinger!
Und da ich seit einiger Zeit ja wieder Hormone nehme, wuchsen auch diese kleinen Merkmale zu meiner Freude weiter. Und die Freude wurde noch größer als ich feststellen durfte, dass sich ein A in Luft aufgelöst hat. OK, 85 A ist nun wirklich nicht der Hammer aber in meinem Fall schon ein ganz großer Grund zur Freude. Gut, das es mir jetzt auch so auf fällt, ist sicherlich auch damit zu begründen, dass ich seit über einem Monat nicht mehr körperlich Aktiv bin und sich meine Muskulatur auch deshalb etwas zurückgezogen hat. Sobald ich wieder arbeite wird es sicherlich etwas unauffälliger werden. Aber was bleiben wird ist das wohlige Gefühl!

Meiner Frau sind meine "anscheinend" wachsenden Brüste zwar schon aufgefallen aber ich hatte irgendwie auch den Eindruck, dass ihr das egal sei. Nein noch besser, ich habe sogar manchmal den Eindruck, dass sie die kleinen Dinger toll findet. OK, positive Eindrücke hatte ich die letzte Zeit schon eine Menge. Und im Nachhinein stellten sie sich dann eher als Trugschlüsse heraus. Aber was soll's. Immerhin kamen keine blöden Fragen zu Hormoneinnahmen oder so.

Das ich so natürlich nicht weiter machen kann ist auch klar. Aber so wie es sich momentan anfühlt, stellt sich mein Körper mittlerweile auf die Hormongaben ein. Ich denke mal dass das kontinuierliche Wachstum daher auch langsam abnehmen wird. Und dann muss ich mir spätestens darüber im Klaren sein, wie es weiter geht. Verstärke ich die Dosis, wird nicht nur mein Körper äußerlich weiter umgestaltet sondern auch der gesamte Hormonspiegel umgekrempelt. Und das wäre dann wohl der klare Weg zur Bekenntnis nicht nur als Frau zu fühlen sondern auch gänzlich so leben zu wollen. Und das dürfte, wie sollte es auch anders sein im Leben, zu massiven Kollateralschäden führen. Und ich weiß noch nicht wie viele Opfer ich einerseits bereit bin zu bringen und auch andererseits zuzulassen. Momentan gibt mir mein Körper eine gewisse Ruhe und Zufriedenheit. Aber ob das soweit ausreichen wird, kann ich noch nicht sagen. Allerdings noch einmal Jahre im Schauspiel verleben zu müssen, möchte ich eigentlich auch nicht. Da gibt es noch einiges zu analysieren, zu bedenken und abzuwägen. Oh Gott, bitte gib mir die Kraft dazu!!!

Freitag, 7. Januar 2011

Tausend Fragezeichen

Eigentlich wollte ich dieses Posting mit "Der schleichende Tod?" betiteln, doch das wäre sicherlich falsch verstanden worden. Zumal es sich nicht auf mich beziehen sollte, sondern auf meine Beziehung. Aber der Reihe nach:

Nachdem ich das letzte Posting geschrieben hatte, versuchte ich Gras über die Sache wachsen zu lassen. Keiner von uns sprach das Thema in irgend einer Weise an. Zum Nachmittag hatten wir uns dann vorgenommen Einkaufen zu gehen und vorher noch etwas durch die Shopping-Malls der Region zu schlendern. Immerhin hatten wir die letzten Wochen bei solchen Aktivitäten den meisten Spaß. Doch irgendwie wollte der an dem Tag nicht so recht aufkommen. Wie schon geahnt machte meine Frau die kleinste Anspielung auf tolle Frauenklamotten und doofe Männersachen nervös bzw. ließen diese Kommentare ihre Laune abrupt versiegen. Und ich versuchte mich den ganzen Tag über androgyn zu verhalten, was mir allerdings noch immer viel zu männlich erschien und demgemäß auch meine Laune zu Boden fließen ließ.

Am späten Abend zu Hause angekommen merkten wir beide, dass ein schier unüberwindlicher Konflikt sich zwischen uns breit gemacht hatte. Was dann auch an diesem Abend dazu beitrug, dass wir diesen Tag ebenfalls mit bitteren Tränen beenden mussten.

Der gestrige Tag begann bei mir dann mit einer riesigen Wut. Nicht darüber, dass ich mich ihr offenbarte, sondern darüber dass sie meine Gefühle nicht verstand und sich sogar offensichtlich weigerte sich mit diesen auseinander zu setzen.
Für mich ist es eigentlich selbstverständlich, dass man sich mit den Problemen des Partners beschäftigt auch wenn es einen selbst betrifft oder man selbst dabei in Mitleidenschaft gezogen wird. Aber anscheinend habe ich hier einen Ausnahmefall gefunden. Sie macht mir zwar keine Vorwürfe dass ich diese "Neigung" habe aber dass ich es ihr die ganzen Jahre vorenthalten habe bezeichnet sie als Betrug und Täuschung. Meine Versuche es ihr zu erklären, dass ich halt selber nicht dachte, dass es mal zu so einem Problem heranwachsen könnte, ließen sie unbeeindruckt. Für sie schienen die letzten Jahre posthum als ein Trugbild. Da konnte ich Erklärungsversuche über Erklärungsversuche von mir geben, es schien einfach nicht verständlich zu sein.
Mir war ja bisher bekannt, dass Transsexualität ein sehr abstraktes Phänomen ist, aber das es für einen Außenstehenden oder wie in diesem Fall besser ausgedrückt einem Angehörigen unvorstellbar sein kann, geht mir nicht in den Kopf!

Gestern Abend hat sie dann das Thema angerissen und mir gesagt, dass sie nicht wisse wie es weiter geht. Sie würde sich vor mir ekeln da sie ja jetzt eine Frau neben sich hätte, ja die ganzen Jahre schon hatte ohne es zu wissen. Zwar hätte sie Mitleid für meine Situation und würde genauso über uns trauern wie ich aber damit Leben, das könnte sie nicht. Aber ohne mich leben wolle sie auch nicht.

Es ist schrecklich mit zu bekommen, wie sich ein gemeinsames Leben in Luft auflöst. Vor allem, wenn man der auslösende Faktor ist und nicht nur selber davon betroffen ist sondern auch eine unschuldige Person die man sehr liebt damit hinein zieht.

Das i-Tüpfelchen an der ganzen Sache ist allerdings noch, dass sie es überhaupt nicht verstanden hatte, das ich einen gemeinsamen Konsens, einen gemeinsamen Weg für die gemeinsame Zukunft mit ihr suchen wollte. Ich würde versuchen für sie nicht zu weit zu gehen und für mich einen maximal erträglichen Ausgleich zu finden. Und wenn ich nur zu Hause meine weibliches Ich Leben könnte, so wäre mir dieses Opfer für den Erhalt unserer Partnerschaft recht. Aber nicht einmal das verstand sie. Oder ist das so kurios, dass es gar nicht zu verstehen ist? Ich habe keine Ahnung. Zur Zeit fühle ich mich wie in einer Parallelwelt. Mein Denken und Handeln passt anscheinend nicht zu dem meiner Umwelt. Vielleicht denke ich zu kompliziert? Vielleicht denke ich auch zu viel bzw. zu weit. Ja vielleicht ist mein Denken von einem utopischen Wunschbild verblendet weil ich die Wirklichkeit nicht wahr haben will. Ich weiß nur das dies wieder einmal ein Punkt ist, an dem ich diese ganze TS Scheiße zum kotzen finde!!!

Bevor ihr jetzt aber denkt Christina ist reif für den Psychologen, darf ich euch erst einmal beruhigen. Heute sieht die ganze Sache schon wieder abgeklärter aus. Ich haben ihr gestern Abend noch einmal klar gemacht, dass ich keine GaOP ins Auge gefasst habe, ja dass ich auch mit diesem kleinen Rumpfanhangsgebilde meine Frau leben kann. Auch das ich mir den Sex weiterhin gut mit ihr vorstellen kann. Das ich allerdings diese männlichen Verhaltensweisen nicht mehr weiter spielen werde. Der Einklang meiner Gefühle mit meinem Bewusstsein ist mir viel wichtiger als der perfekte Körper.
Und was soll ich Euch sagen, auf einmal ist alles Friede, Freude, Eierkuchen!?!?!?! Versteht das eine(r) von Euch?
Ich verstehe das nicht. Wofür habe ich diesen ganzen Outing-Stress auf mich genommen? Das wäre auch vorher nicht anders verlaufen nur, dass ich keine Pferde scheu gemacht hätte. Was zum Teufel war das. Oder besser: Was zum Teufel ist das? Ich muss gestehen, meine Synapsen verknoten sich beim darüber nachsinnen aber sie finden keinen Weg sich vernünftig zu verknüpfen.

Aber diese scheinbare "Friede, Freude, Eierkuchen" Situation ist wenn überhaupt nur auf ihrer Seite vorhanden. In mir herrscht ein Gefühl der Verzweiflung und der Resignation. Und was ganz besonders hart ist, ein Gefühl der Trauer denn meine Frau versteht mich nicht und will es anscheinend auch nicht verstehen was in mir los ist. Die Erkenntnis der letzten Tage hat an uns etwas zerrissen. Ich sehe sie mit anderen Augen, mit enttäuschten Augen. Auch wenn der Vergleich mit einer Krankheit sicherlich nicht der Richtige ist, so ist doch das vorhanden sein eines Leidensdrucks mit dem einer schweren Krankheit gleich zu setzen. Aber anstatt sich der Situation zu stellen komme was wolle, wird resigniert und abgeschrieben. Ist das nun egoistische Liebe oder nur existenzieller Selbstschutz?

Ich für meinen Teil weiß nicht ob ich damit weiter Leben kann. In diesem Sinne habe ich schon Angst davor, dass dies der Beginn eines schleichenden Todes unserer Beziehung ist. Auch wenn ich mich gegen solche Gedanken bislang noch Wehre.

Gestern hat der erste Kunde des Jahres angerufen und um einen Besichtigungstermin gebeten. Sofern das Wetter mitspielt, werde ich also nächste Woche wieder auf Achse sein. Ich denke es ist gut in dieser Situation. Ich brauche etwas Abstand.

Ob ich jetzt darüber nachdenke mein Leben zu ändern? Was soll ich da ändern? Ich versuche es zu meistern, mehr geht nicht!

Mittwoch, 5. Januar 2011

Der Wahnsinn hat begonnen

Vorab: Es ist raus. Ich habe es ihr gesagt. Und ich weiß nicht, ob es gut oder schlecht war. Jedenfalls weiß sie jetzt um mich bescheid und ich weiß gar nichts mehr.....

Es war vorgestern Abend. Zum Nachmittag waren wir noch Shoppen in Metzingen und anschießend meine ersehnte Kosmetik kaufen. Alles war perfekt. Ich war wieder einmal etwas aufgedonnert - so das es gerade noch akzeptabel erschien ;-) - und sie wühlte sich durch Esprit und s'Oliver. OK, mir wrs zu voll und meine Einkaufslaune daher nicht ganz so groß aber die Vorfreude auf meine neue Kosmetik hielt mich bei der Stange - auch wenn ich zeitweise in Metzingen männliche Agressionsgefühle zeigte; ich mag halt überfüllte Läden nicht.

Abends im Bett kam dann aber der dringende Wunsch in mir auf ihr klaren Wein einzuschenken. Und so tat ich es. Ich konnte sie nicht länger so anlügen. Und als Lüge sah ich es schon an. Also sagte ich es ihr. Zögerlich. Unter Tränen. Und ich war total fertig. Wie würde sie es aufnehmen? Habe ich jetzt den Anfang vom Ende gesetzt?

Ihr Verhalten begann mit Trost. Gefolgt von Panik über ein mögliches Ende der Beziehung. Dann sagte Sie: "Ich will einen Mann und keine Frau!". Dann beruhigte ich sie und erzählte ihr von meinem Wunsch einen optimalen Mittelweg für uns beide zu suchen. Dann wieder Tränen - viele Tränen!!!

Am nächsten Tag hatte ich Kopfschmerzen vom Heulen. Die Augen waren geschwollen und der Mut dahin. Ihr ging es fast genauso. Nur, dass sie noch diesen panischen, entsetzten Blick hatte. Wir versuchten den Tag durchzustehen.

Ist Reden wirklich Silber und Schweigen Gold?

Ich weiß es nicht. Gestern versuchte ich immer mal wieder das Thema an zuschneiden um vernünftig darüber und über unsere Zukunft zu reden. Anfangs gelang es doch dann blockte sie und es endete meistens in Tränen. Langsam begriff ich, dass das was für mich verständlich erschien, für sie überhaupt nicht zu Verstehen war. Diese Komplexität begann mir Angst zu machen.
Zum Abend dann noch ein letzter Versuch ihr mein Denken zu vermitteln. Teilweise funktionierte es aber zum Schluss kam doch wieder die Existenzielle Frage bzw Aussge: "Ich weiß nicht ob ich so weiter mit Dir leben kann!"

Mir wurde da erst so richtig bewusst, dass ich ihr schreckliches angetan hatte. Hätte ich es besser für mich behalten sollen und es so laufen lassen sollen, wie es lief? Jetzt würde sie bei jedem noch so weiblichen Verhalten Angst bekommen mich zu verlieren und ich hätte mit jeder Bewegung ein schlechtes Gewissen ihr das leben zu zerstören. War es das Wert?

Heute am Tag zwei nach der Beichte ist die Situation wieder etwas entspannter. Ich denke nicht mehr das es so verkehrt war ihr die Wahrheit zu sagen da es die Wahrheit ist! Alles andere wäre ein Vormachen gewesen. Allerdings denke ich, werde ich das Thema Transsexualität nicht mehr ansprechen. Sie weiß bescheid. Ich habe ihr gesagt was mein Wunsch für uns beide ist und das ich meine Transsexualität nicht mehr verdrängen werde und kann. Und wie wir beide es jetzt schaffen werden, steht in den Sternen.

Wie ich mich jetzt fühle? Sicherer. Aber glücklicher? Das kann ich nicht sagen. Es musste halt raus.

Sonntag, 2. Januar 2011

Ein GESUNDES und GUTES Jahr 2011!!!

Ich hoffe Ihr habt alle den Sprung ins neue Jahr erfolgreich geschafft und auch schon die eventuellen Nebenwirkungen des Jahreswechsels überwunden ;-)!  Zum großen Glück haben wir ja auch den heutigen Sonntag noch als Rehabilitationstag zur Verfügung. Wer also auch gestern noch mit Frostschutzmittel im Blut zu kämpfen hatte, dem wünsche ich für heute einen angenehmen ruhigen zweiten Januar!

Bei uns verlief der Jahreswechsel relativ human. OK, die Vorbereitungen für unser Raclette am Silvesterabend waren so umfangreich (gefühlte 20 Std.), dass wir beide nach dem Essen so müde waren und echte Schwierigkeiten hatten bis zwölf Uhr durchzuhalten. Aber wir haben es geschafft und konnten so auch noch unseren Teil zur befeuerung des Himmels beitragen. Zum Schluss wollte ich dann noch mit einem Gläschen Absinth das Ende dieser Nacht einläuten und verfiel kurz darauf auch den geheimnisvollen Mächten der Nacht die mich hinterlistig in ihr Traumreich holten.

Doch schon am nächsten Morgen konnten wir uns bereits um kurz nach acht von ihnen befreien und das sogar ohne Kater. Und weil wir ja schon so früh wach waren und nicht wussten was mit diesem ersten Tag des Jahres so anzufangen sei, entschlossen wir uns ins Kino zu gehen. Und wie könnte ein Einstieg ins neue Jahr besser beginnen als mit einem traumhaften Walt Disney Film: Rapunzel - Neu verföhnt. Alleine der Titel ist ja schon ein muss! Und Disneys lustige Art ist ja auch fast schon eine Garantie für einen tollen Film. Natürlich haben wir uns für die 3D-Version entschieden und ich muss sagen, es hat sich gelohnt. Das gute wenn man sich solch einen Film im Kino ansieht ist, dass es die anderen nicht mitbekommen, wenn einem die Tränchen in die Augen steigen. Ich habe die ganze Zeit nur gehofft, dass nicht auch noch ein kleiner Bach an meinen Wangen entlang fließen wird, da meine Augen nicht all zu selten bis zum Rand mit Wasser gefüllt waren. Aber alles ging gut, so dass ich sicher sein konnte nicht wie ein trauriger Cown das Kino verlassen zu müssen. Immerhin hatte ich zum Einstieg ins neue Jahr mal alle Register des guten Geschmacks gezogen und die Farbpalette an vorhandener Schminke vollends ausgenutzt. Zu meiner Überraschung ohne Kritik von meiner Frau. Gut es war wohl schon etwas grenzgängig, aber sie hatte überhaupt kein Problem damit. "Man muss sich halt mal an die Grenzen wagen um selbst zu erfahren wie weit man beim Schminken gehen will und kann.", das war ihr einziger Kommentar. Das war ohne zu übertreiben schon ein mehr als guter Einstieg ins neue Jahr!
Sehr mitgenommen hat mich der Film in der Szene als Rapunzel ihr eingesperrtes Leben im Turm betrauerte und in einem Lied sang "...Wann fängt mein Leben an? Wann fängt es endlich an?" Irgendwie kam ich nicht daran vorbei diese Frage auf mich selbst zu beziehen. Und somit war der Film auch ein kleiner Ansporn für mich - auch wenn es nur ein Märchen im Zeichentrickgewand war. --

Gestern Abend hatte ich dann noch so eine Begegnung mit einer jungen Frau in meinem Spiegel. Die hat mich irgendwie verwirrt denn ich nahm da auf einmal keinen weiblichen Mann sondern eine echte Frau wahr. Es war schon etwas irritierendes, denn dieses Gefühl hatte ich zum ersten Mal. Mir ist das erste Mal aufgefallen wie sehr sich mein Körper, meine Haltung, mein Verhalten und damit mein gesamtes Erscheinungsbild geändert hat. Für einen Augenblick war ich sprachlos, dann beglückt und zum Schluss zu Tränen gerührt. Es ist ein schönes Gefühl solch eine ersehnte Veränderung zu bemerken!

A propos Tränen: Ich habe mich noch nie so Glücklich gefühlt wenn ich zu Tränen gerührt bin, wie in diesen letzten Wochen. Es zeigt wohl auch, dass es eine gefühlsmäßige Befreiung für mich ist weinen zu können.

Ich kann aus voller Überzeugung sagen: Dieses Jahr fängt echt gut für mich an!!! Hoffentlich bleibt es so.

PS: Und morgen wollen wir meine Kosmetiktasche etwas auffrischen. Lidschatten und Mascara stehen auf dem Zettel. Und mal sehen was wir noch so finden. ;-)