Donnerstag, 3. Februar 2011

Neulich in der Badewanne

Während ich mich am Fußende unserer zwar großen aber doch eigentlich normalen Badewanne mit dem Regler des Ablaufes im Rücken herum quälte, lag meine Frau lässig und anscheinend sehr bequem am anderen Ende und starrte derweil auf meine Beine. Natürlich vielen mir trotz meiner sehr gewöhnungsbedürftigen Lage die kritische Blicke von ihr auf, denn mit der Zeit entwickelt Frau ja einen gewissen Sinn für diese Art des Gaffens. Da ich aber zu meiner "neuen" Person keine Worte mehr verlieren wollte, ließ ich sie gaffen und wartete ab, wie ihre weitere Reaktion wohl ausfallen würde. Oder sollte es etwa bei der Fleischbeschau bleiben?

Doch dann fing sie an: "Schaaatz!?! Du könntest die doch eigentlich mal wieder wachsen lassen!".

Ich musste sofort grinsen und gab zurück: "Au ja, waxen lassen wäre echt ne tolle Idee!", und betrachtete derweil ebenfalls skeptisch den aus dem Wasser herausragenden Teil meine epilierten Beine. Waxen wäre bestimmt noch eine Spur sauberer als dieses mühselige Epilieren.

"Neeein, nicht Waxen, ich meine Wachsen. Du könntest die Haare mal wieder wachsen lassen!".

"Ja, natürlich. Das hatte ich auch so verstanden.", dachte ich nur, "Aber wenn für mich eine Sache nicht mehr in Frage kommt, dann sind das Affenhaare." Ich grinste also weiter, jetzt jedoch nicht mehr so neckisch wie zuvor. Ich wollte ja auch nicht mehr darüber reden. Aber ich verstand schon was sie meinte: ein wenig mehr Mann wäre ihr schon lieber. Arme Prinzessin!

Es verging keine Minute, da verspürte ich schon wieder diese Blicke auf meiner Haut. Diesmal betrachtete sie meinen Oberkörper. "Na, kommt da jetzt was?", fragte ich mich.

Und siehe da, es kam was von ihr: "Da könntest Du auch mal was dran machen!" und deutete mit ihrem Kopf auf meine Oberweite. "OK", dachte ich, "da musst Du jetzt durch! Was wohl jetzt kommt".

Ich gab völlig naiv zurück: "Wieso? Was denn?". "Na deine Titten, das sieht ja mittlerweile richtig ekelig aus!". "Ekelig?" gab ich zurück, "wieso ekelig?"
"Na, die sind ja schon fast so groß wie meine." gab sie empört von sich. Und wer hätte es anders gedacht, ich konnte mir mal wieder das grinsen nicht verkneifen. Denn irgendwie machte mich das stolz.

Obwohl? Sollt sie jetzt etwa neidisch werden? Ein wenig Angst kam in mir auf, denn verstehen konnte ich sie auch hierbei: ihr Mann mutiert zur Frau und übertrumpft sie nachher noch im Erscheinungsbild. Ich glaube ich würde bei so etwas den Glauben an mich selber verlieren. Ich musste sofort Worte der Milderung finden.

Allerdings hatte ich keine Chance, sie schoss unbarmherzig nach: "Und da unten könnte auch mal wieder mehr laufen!".

Das hatte gesessen! Was sollte ich dazu noch sagen. Ihr Mann war ihr abhanden gekommen und sie versucht noch den letzten Rest Hoffnung zu sammeln um ihn zurück zu bekommen. Ob sie damit wirklich gerechnet hat? Ich weiß es nicht. Zumindest waren es ehrliche Worte, die sie mir einschenkte.

Während sie sich schon abtrocknete, versuchte ich noch einen letzten Punkteausgleich zu erzielen: "Das ist gemein," kam es aus mir mit leicht eingeschüchterter Stimme hervor, " dass Du mich immer so nieder machen musst. Immerhin hast Du mich schon mit kleinen Brüsten kennen gelernt." In diesem Moment hatte ich genau das Bild vor Augen, als ich das erste Mal mit entblößtem Oberkörper vor ihr stand und mich bemühte meine selbstgezüchteten Brüste möglichst nach Muskeln aussehen zu lassen, damit es ihr nicht so stark auffallen würde. Man hatte ich damals eine Angst das sie meinen Körper ablehnen könnte. Aber das war damals. Damals dachte ich auch noch, ich würde doch wieder meinen Mann stehen können. Und heute freue ich mich über jeden Millimeter, über jede auf und ab Bewegung beim gehen, über jedes Kribbeln und jedes Gefühl das diese beiden Begleiterinnen in meinem Körper leiten. Und auf die soll ich verzichten? Niemals! Nur über meine Leiche.

Ich dachte schon, dass nach diesem kleinen Wortgefecht wieder Krisenstimmung im Hause eingeläutet worden sei, doch pustekuchen. Als ich das Bad einige Minuten nach meiner Faru verließ, deckte diese bereits gut gelaunt den Tisch und sagte nur: "Schatz, entschuldige bitte. Ich wollte dich nicht nieder machen!" Und ehe ich Antworten konnte legte sie nach: "Beile dich bitte, ich habe riesigen kohldampf. Was willst Du zum Essen trinken?"

Was sollte ich dazu noch sagen? --  Genau, gar nichts. Mit einem grinsen gab ich zurück: "Egal, das selbe was Du trinkst!"

Und die Moral von der Geschichte:
Es gab keine Gewinnerin und keine Verliererin. Aber dafür gab es Verständnis auf beiden Seiten. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als das es so bleibt!!!!!!!!

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