Mittwoch, 5. Januar 2011

Der Wahnsinn hat begonnen

Vorab: Es ist raus. Ich habe es ihr gesagt. Und ich weiß nicht, ob es gut oder schlecht war. Jedenfalls weiß sie jetzt um mich bescheid und ich weiß gar nichts mehr.....

Es war vorgestern Abend. Zum Nachmittag waren wir noch Shoppen in Metzingen und anschießend meine ersehnte Kosmetik kaufen. Alles war perfekt. Ich war wieder einmal etwas aufgedonnert - so das es gerade noch akzeptabel erschien ;-) - und sie wühlte sich durch Esprit und s'Oliver. OK, mir wrs zu voll und meine Einkaufslaune daher nicht ganz so groß aber die Vorfreude auf meine neue Kosmetik hielt mich bei der Stange - auch wenn ich zeitweise in Metzingen männliche Agressionsgefühle zeigte; ich mag halt überfüllte Läden nicht.

Abends im Bett kam dann aber der dringende Wunsch in mir auf ihr klaren Wein einzuschenken. Und so tat ich es. Ich konnte sie nicht länger so anlügen. Und als Lüge sah ich es schon an. Also sagte ich es ihr. Zögerlich. Unter Tränen. Und ich war total fertig. Wie würde sie es aufnehmen? Habe ich jetzt den Anfang vom Ende gesetzt?

Ihr Verhalten begann mit Trost. Gefolgt von Panik über ein mögliches Ende der Beziehung. Dann sagte Sie: "Ich will einen Mann und keine Frau!". Dann beruhigte ich sie und erzählte ihr von meinem Wunsch einen optimalen Mittelweg für uns beide zu suchen. Dann wieder Tränen - viele Tränen!!!

Am nächsten Tag hatte ich Kopfschmerzen vom Heulen. Die Augen waren geschwollen und der Mut dahin. Ihr ging es fast genauso. Nur, dass sie noch diesen panischen, entsetzten Blick hatte. Wir versuchten den Tag durchzustehen.

Ist Reden wirklich Silber und Schweigen Gold?

Ich weiß es nicht. Gestern versuchte ich immer mal wieder das Thema an zuschneiden um vernünftig darüber und über unsere Zukunft zu reden. Anfangs gelang es doch dann blockte sie und es endete meistens in Tränen. Langsam begriff ich, dass das was für mich verständlich erschien, für sie überhaupt nicht zu Verstehen war. Diese Komplexität begann mir Angst zu machen.
Zum Abend dann noch ein letzter Versuch ihr mein Denken zu vermitteln. Teilweise funktionierte es aber zum Schluss kam doch wieder die Existenzielle Frage bzw Aussge: "Ich weiß nicht ob ich so weiter mit Dir leben kann!"

Mir wurde da erst so richtig bewusst, dass ich ihr schreckliches angetan hatte. Hätte ich es besser für mich behalten sollen und es so laufen lassen sollen, wie es lief? Jetzt würde sie bei jedem noch so weiblichen Verhalten Angst bekommen mich zu verlieren und ich hätte mit jeder Bewegung ein schlechtes Gewissen ihr das leben zu zerstören. War es das Wert?

Heute am Tag zwei nach der Beichte ist die Situation wieder etwas entspannter. Ich denke nicht mehr das es so verkehrt war ihr die Wahrheit zu sagen da es die Wahrheit ist! Alles andere wäre ein Vormachen gewesen. Allerdings denke ich, werde ich das Thema Transsexualität nicht mehr ansprechen. Sie weiß bescheid. Ich habe ihr gesagt was mein Wunsch für uns beide ist und das ich meine Transsexualität nicht mehr verdrängen werde und kann. Und wie wir beide es jetzt schaffen werden, steht in den Sternen.

Wie ich mich jetzt fühle? Sicherer. Aber glücklicher? Das kann ich nicht sagen. Es musste halt raus.

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