Samstag, 8. Januar 2011

Bad der Sinne und das verlorene A

Gestern habe ich mir ein schönes warmes Olivenölbad ala Aldi-Spezial gegönnt. So ein Olivenölbad ist echt toll wenn man mal von den zurückbleibenden Rändern in der Wanne und dem später verölten Badetuch ab sieht. Aber wenn Du raus kommst ist die Haut Babypopo zart und zudem kannst Du dir das Eincremen sparen. Da meine Frau gestern unterwegs war und ich alleine zurück bleiben musste, war dieses Bad die ideale Entspannung für meine vollkommen überspannte Seele.

Als ich so vor meinem Bad noch in den Spiegel schauen konnte und mal wieder in absoluter Ruhe meinen Körper betrachtete, empfand ich so etwas wie Nähe zu mir selbst. Zwar ist mir schon vor einigen Tagen solch ein Gefühl aufgefallen, als ich mir beim Blick in den Spiegel das erste Mal als offensichtliche Frau aufgefallen bin (ich hatte darüber gepostet!) aber dieses Gefühl der Nähe war an diesem Tag doch schon etwas besonderes. Vielleicht gerade deshalb, weil diese Woche mehr mit Leiden als mit Freude verbunden war. Vielleicht auch deswegen, weil mir in dieser Woche einmal mehr Bewusst geworden ist, wer ich bin.

Wo ich so vor dem Spiegel stand, bot es sich ja auch an gleich mal die so geliebte Oberweite zu vermessen. Wie ich ja schon mehrfach schrieb, hatte ich bereits seit meinen ersten Hormoneinnahmen vor vielen Jahren eine kleine Brust der Größe AA. Meine Frau hat mich so kenne gelernt und aufgrund meiner körperlichen Arbeit ging diese Körbchengröße auch halbwegs unter. Nur beim Arzt brachten die kleinen Brüste oft skeptische Blicke hervor. Aber was sollte es, ich bin halt stolz auf diese kleinen Dinger!
Und da ich seit einiger Zeit ja wieder Hormone nehme, wuchsen auch diese kleinen Merkmale zu meiner Freude weiter. Und die Freude wurde noch größer als ich feststellen durfte, dass sich ein A in Luft aufgelöst hat. OK, 85 A ist nun wirklich nicht der Hammer aber in meinem Fall schon ein ganz großer Grund zur Freude. Gut, das es mir jetzt auch so auf fällt, ist sicherlich auch damit zu begründen, dass ich seit über einem Monat nicht mehr körperlich Aktiv bin und sich meine Muskulatur auch deshalb etwas zurückgezogen hat. Sobald ich wieder arbeite wird es sicherlich etwas unauffälliger werden. Aber was bleiben wird ist das wohlige Gefühl!

Meiner Frau sind meine "anscheinend" wachsenden Brüste zwar schon aufgefallen aber ich hatte irgendwie auch den Eindruck, dass ihr das egal sei. Nein noch besser, ich habe sogar manchmal den Eindruck, dass sie die kleinen Dinger toll findet. OK, positive Eindrücke hatte ich die letzte Zeit schon eine Menge. Und im Nachhinein stellten sie sich dann eher als Trugschlüsse heraus. Aber was soll's. Immerhin kamen keine blöden Fragen zu Hormoneinnahmen oder so.

Das ich so natürlich nicht weiter machen kann ist auch klar. Aber so wie es sich momentan anfühlt, stellt sich mein Körper mittlerweile auf die Hormongaben ein. Ich denke mal dass das kontinuierliche Wachstum daher auch langsam abnehmen wird. Und dann muss ich mir spätestens darüber im Klaren sein, wie es weiter geht. Verstärke ich die Dosis, wird nicht nur mein Körper äußerlich weiter umgestaltet sondern auch der gesamte Hormonspiegel umgekrempelt. Und das wäre dann wohl der klare Weg zur Bekenntnis nicht nur als Frau zu fühlen sondern auch gänzlich so leben zu wollen. Und das dürfte, wie sollte es auch anders sein im Leben, zu massiven Kollateralschäden führen. Und ich weiß noch nicht wie viele Opfer ich einerseits bereit bin zu bringen und auch andererseits zuzulassen. Momentan gibt mir mein Körper eine gewisse Ruhe und Zufriedenheit. Aber ob das soweit ausreichen wird, kann ich noch nicht sagen. Allerdings noch einmal Jahre im Schauspiel verleben zu müssen, möchte ich eigentlich auch nicht. Da gibt es noch einiges zu analysieren, zu bedenken und abzuwägen. Oh Gott, bitte gib mir die Kraft dazu!!!

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